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Wir suchen zur Erstellung eines Werkverzeichnisses Informationen und weitere Arbeiten von Willi Schmid. Sollten Sie weitere Informationen über den Künstler haben, oder Werke des Malers besitzen, können Sie sich gerne an uns wenden!

Biografie

Willy (Wilhelm) Schmid wurde am 23.10.1890 als Kind einer Schneidermeisterfamilie in der Münchener Vorstadt Au geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Ziseleur. Im Anschluss studierte er zunächst bei Julius Diez (1870–1957) an der Königlichen Kunstgewerbeschule und ab dem 31.Oktober 1913 bei Angelo Jank (1868-1940) an der Akademie der bildenden Künste in München. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er eingezogen und im Kampf schwer verwundet. Er überlebte eine Tetanusinfektion, von der er eine leichte Behinderung der linken Hand beibehielt.

Im Alter von 30 Jahren hatte sich Willy Schmid in seiner Heimatstadt so weit etabliert, dass er in den 20er Jahren fast jährlich auf der Münchener Kunstausstellung im Glaspalast, im Deutschen Museum und seit den 1930er Jahren in der Neuen Pinakothek ausstellte. Zudem wurde er Führer der Luitpoldgruppe und Mitglied der Staatlichen Ankaufskommission. Seit Ende der 20er Jahre stellte er Deutschlandweit aus. Neben Leinwandgemälden fertigte er auch immer wieder großformatige Fresken an, so auch 1932 das Altarfresko mit der Himmelfahrt Mariens in der Kirche St. Mariae Himmelfahrt in Landau/Queichheim. 1938 wird im Kunstverein Barmen mindestens ein Gemälde Willy Schmids (Frauenkopf mit schwarzem Tuch) beschlagnahmt, bei drei weiteren ist der Verbleib bis heute als unbekannt angegeben. Dies mag ein Hinweis darauf sein, dass Schmids Bilder als sogenannte „Entartete Kunst“ aus den Museen entfernt wurden. Möglicherweise führte dies dazu, dass der Maler im Mai 1939 mit der Familie von München-Planegg nach Rottach-Egern am Tegernsee zog, wo er generell etwas zurückgezogener lebte und arbeitete. Zwischen 1939 und 1945 ist keinerlei Ausstellungsaktivität festzustellen. Der Bogen seines Schaffens spannt sich vom fast fotografisch naturtreuen Porträt, bis hin zu großen und kleinen Traumlandschaften und Darstellungen religiös-mystischer Legenden. Die Bilder stellen keine eigentliche Aktion dar, vielmehr wird lyrisch geschildert. Ein ganz eigenes System an rhythmisch geschwungenen Linien und ein sehr modernes Kolorit, welches er mit erstaunlich wenig Mitteln zum Leuchten bringt, charakterisieren sein Werk. Erst nach 1945 beteiligte er sich wieder als Mitglied der Münchener Künstlergenossenschaft an den großen Sommerausstellungen im Haus der Kunst in München. Am 30. Juni 1957 starb Willy Schmid im Alter von 66 Jahren am Tegernsee.